Zu Gast auf Vater Rhein – Spaß und Gags auf allen Decks (15.09.2003)

Gegen Ende der Goldenen Zeiten gab es einen Meilenstein der Harald-Schmidt-Show: Eine Sendung, die als Bootsfahrt auf dem Rhein durchgeführt wurde.

Der Titel war natürlich schon recht selbstironisch angelegt. Ob man daraus ableiten kann, dass Herr Schmidt von Vornherein nicht so ganz an das Konzept geglaubt hat, weiß ich nicht. Jedenfalls handelte es sich um eine Sondersendung, die bereits um 20:15 Uhr begann und (inklusive Werbung) vier Stunden dauerte.

Die vier Stunden hätte es nicht unbedingt gebraucht, denn nach ca. fünf Minuten drehten sich die Witze eigentlich nur noch darum, dass das Ganze hinten und vorne nicht funktioniert.

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Harald-Schmidt-Show vom 22.02.2002

Zitate:

  • [Winter-Olympiade 2002:] Wir könnten noch mehr Goldmedaillen haben, wenn endlich Winter-Dressurreiten eingeführt würde.
  • Haben Sie gesehen, wie der CSU-Abgeordnete im Bundestag mit der roten Laterne kam, die er der Regierung überreichen wollte? Eine rote Laterne ist ja auch häufig auch das, was der CSU-Abgeordnete als letztes sieht vor seinem Herzinfarkt. Bei den Grünen ist das nicht so, denn man muss ja mit dem Gesicht der Laterne zugewendet sein. [Hat im Publikum leider niemand verstanden.]
  • Die rote Laterne soll jetzt Bundestagspräsident Wolfgang Thierse umgehängt bekommen, damit man bei ihm sieht, wo vorne und hinten ist.
  • Viele Bäckereien werfen verschimmeltes Brot gar nicht weg, sondern verkaufen es als Gorgonzola-Brötchen. Woran erkenne ich, dass meine Bäckerei richtig versifft ist? Wenn der Streusel sich bewegt.
  • Ich habe noch nie Frauen so extatisch schrubben sehen [wie beim Curling]. (…) So könnten Frauen auch wieder Spaß am Putzen bekommen.
  • Ich glaube, dass Waldi Hartmann auch Taschencurling spielt.
  • Straßburg war mal deutsch. [Empörung im Publikum.] Es war mal deutsch. Da wird sich aufgeregt als hätte ich gesagt „Adolf Hitler war mal deutscher Reichskanzler“.
  • [Kandidatin kann Städte in Frankreich nicht richtig zuordnen.] Straßburg am Mittelmeer, Bordeaux an der Grenze zu Deutschland und der Schweiz und Marseille, der große U-Boot-Hafen am Atlantik. So ähnlich muss auch die Karte der deutschen Wehrmacht ausgesehen haben.
  • [Kandidatin aus Nürnberg.] Schmidt: Was für Musik hören Sie vor allem? Kandidatin: Gebrannte. Schmidt: Ja, natürlich. Nürnberg, Weihnachtsmarkt, gebrannte Mandeln, gebrannte Platten.
  • Kandidatin: Computer kann ich anschalten, ausschalten. Schmidt: Hallo, willkommen in meiner Welt!

Inhalt:

  • Besprechung von Curling als Sportart.
  • Auswahl für die Partynacht mit Antoine.
  • Herr Schmidt behauptet, die Englischen Fräulein hätten nichts mit England zu tun, sondern die Bezeichnung würde sich von „Engel“ ableiten. Hier irrt er, die Gründerin Maria Ward (eigentlich Mary Ward) war tatsächlich Engländerin, siehe Wikipedia-Artikel.

Sonstiges:

  • Vorstellung der Band:
    Helmut Zerlett and Baking Bread
  • Gast:
    Cornelia Gröschel – sie spielt ihre erste große Rolle in der Heidi-Neuverfilmung.
  • Bier:
    Lauterbacher frei – zur Ehren vor Heiner Lauterbach, der wieder Vater wurde.
    [Herr Schmidt dazu: Dann trink doch einen Kasten.]

Harald-Schmidt-Show vom 19.02.2002

Zitate:

  • Knusprige Frauen sind zum Beispiel Estefania und Verona. Knusprige Männer sind zum Beispiel Rolf Töpperwien. [Brandunfall zwei Jahre zuvor.]
  • Viele fragen sich: Muss man denn militärisch gegen Saddam vorgehen? Kann man nicht erst einmal in Umlauf bringen, dass er sich die Haare färbt?
  • Ich verstehe auch nicht, warum die USA überhaupt den Irak angreifen wollen. Haider ist doch wieder daheim [von seinem Solidaritätsbesuch bei Saddam Hussein].
  • [Strafanzeige gegen Herrn Schmidt wegen einer viele Jahre zurückliegenden Motorroller-Manipulation. Er liest aus dem Schreiben der Polizei vor:] „… Ihr Mofa (Fachbezeichnung FmH 25)“ Wusste ich auch nicht. Fahr mit Harald? (…) „… und jederzeit, auch schon vor Ihrer Vernehmung“ – Vernehmung! [schaut verängstigt in die Kamera]
  • Ich war 16, das müsste also fast 29 Jahre her sein. Das heißt, selbst wenn ich damals angezeigt worden wäre und lebenslänglich gekriegt hätte, wäre ich mittlerweile entweder zur völligen Verwahrung in eine psychische Heilanstalt eingewiesen worden oder ich wäre auf freiem Fuß und würde noch mehr frisieren als vorher.
  • „Harald Schmidt, geb. 17.08.58 in Nürtingen“ Ich bin nicht pingelig, aber das sind drei Tatsachen: Mein Name, mein Geburtsdatum und der Ort. Und davon sind zwei falsch. 17.08.57 in Neu-Ulm.
  • Anwalt nehm ich auch nicht, ich verteidige mich selbst. Das fehlt mir noch, dass sich so ein Anwalt auf meine Kosten ins teuerste Hotel von Den Haag einquartiert.
  • [Herr Schmidt nimmt die Brille ab, geht bis auf wenige Zentimeter an das Papier heran und füllt den Anhörungsbugen aus.] Oh, ich muss aufpassen. Wenn die das sehen, krieg ich gleich wieder eine Goldene Kamera.

Inhalt:

  • Bemerkenswert: Nach dem Stand-Up-Teil sieht man das Studio vom Laufsteg über dem Schreibtisch aus. Außerdem sieht man, wie Manuel Andrack seinen Platz einnimmt.
  • Strafanzeige gegen Herrn Schmidt wegen einer viele Jahre zurückliegenden Motorroller-Manipulation.

Biographie:

  • Das Nürtinger Freibad hatte 50 Meter Beckenlänge.
  • Herr Schmidt war der prominenteste Raser des Jahres 2000 im Landkreis Waldshut.

Sonstiges:

  • Vorstellung der Band:
    Helmut Zerlett and the Knusper Band
  • Gast:
    Hannah Stockbauer – Schwimm-Weltmeisterin auf zwei Distanzen, da krieg ich schon Schwächeanfälle, wenn ich nur die Entfernung höre: 800 und 1500 Meter.
  • Studio-Umfrage zur Bundestagswahl 2002:
    CDU 35,6 – SPD 28,2 – Grüne 11,9 – FDP 18,3 – PDS 5,9
  • Bier:
    Gilde Free – ein Bier aus Hannover, weil sich die Schwester von Kanzler Schröder in der Bild zu Wort gemeldet hatte.

Harald-Schmidt-Show vom 06.03.2001

Zitate:

  • Hillary Clinton hat die Scheidung eingereicht. Und Bill hat gefragt: „Wer?“
  • Es gab damals diese unschöne Geschichte zwischen Bill Clinton und Monica Lewinsky. Monica – oder wie Clinton sie nannte: „Meine Kniekehle.“
  • Schafe werden jetzt [wegen der Maul-und-Klauen-Seuche] weltweit knapp. Viele, die irrtümlich Telekom-Aktien gekauft haben, sagen sich jetzt: „Ah, Schafe! Hätte ich damals Schafe gekauft.“
  • Warum ist der Beipackzettel immer so [in der Medikamentenschachtel] drin, dass, wenn ich den Beipackzettel haben will, muss ich erst mal alle Medikamente rausnehmen, und wenn ich nur die Medikamente rausnehmen will, muss ich erst den Beipackzettel rausziehen. [Verhaltenes Lachen im Publikum.] Verstehen Sie, was ich meine? Ist das zu kompliziert? [Pause.] Es ist einfach nicht lustig, oder?
  • [Zu den Schülerinnen auf dem Jahrbuch der Maria-Ward-Schule Mainz:] Junge, katholische Mädchen, die auf Europa hoffen, nach Frankreich reisen und dann lauert dort Antoine. „Eh, wir komme aus Meenz und wir würden gerne für Europa was machen.“ – „Escht super, ihr könnt bei mir wohnen.“
  • [Frau Seiberth und Herr Schmidt wollen singen.] Schmidt: „Ist das die Original-Tonart?“ – Seiberth [schaut auf das Notenblatt]: „Steht drüber.“ – Schmidt: „Es steht drüber. Es steht alles drüber im Fernsehen. Aber wenn man es nicht nochmal fragen würde, hätte man nichts zu reden.“

Inhalt:

  • Willy Brandts Witzebuch
  • Martin Krugs Brief an einen enttäuschten Telekom-Aktionär
  • Herr Schmidt singt „Die beiden Grenadiere“ von Heinrich Heine und Robert Schumann.

Biographie:

  • Dass er die Figur „Spaßvogel“ rausgeschmissen hat, war der erste große Fehler von Herrn Schmidt bei „Verstehen Sie Spaß?“.

Sonstiges:

  • Vorstellung der Band:
    Helmut Zerlett and Prussia’s Pride
  • Gäste:
    Philipp Prinz von Preußen – er wäre eigentlich deutscher Kaiser, aber dann kam einiges anders als man dachte
    Dorothee Seibert – Oberstudienrätin an einer katholischen Mädchenschule [Gesangsunterricht für Herrn Schmidt]

Harald-Schmidt-Show vom 16.01.2001

Zitate:

  • Barbara Becker bekam 30 Mio. Mark Abfindung. Das heißt für Babs: Das sind ungefähr 30.000 Schuhe.
  • Barbara litt während der Ehe darunter, dass alle immer sagten: „Ach, Babs, die Frau von Boris.“ Damit ist jetzt Schluss. Jetzt heißt es: „Ach, Babs, die Frau mit dem Geld von Boris.“
  • BSE jetzt auch in Milch. Mir ist es wurscht, weil ich trinke keine Kuhmilch, sondern H-Milch.
  • Die Bundeswehr vernichtet wegen BSE alte Rindfleisch-Bestände. Das kann man ruhig machen, denn zu Anfang Januar gab’s ja genug Frischfleisch. (Dienstantritt der ersten weiblichen Soldaten.)

Inhalt:

  • Dr. Brömme in der CDU-Parteizentrale.
  • Ein Frauenarzt namens Harald Koch-Schulte soll Herrn Schmidt sehr ähnlich sehen und manchmal mit ihm verwechselt werden. Über die tatsächliche Ähnlichkeit konnte man geteilter Meinung sein.
  • Sabine Christiansen: Origami – Die Kunst des Papierfaltens
  • Andy Warhol, der Proto-Karpate. Zuschrift einer Zuschauerin aus Ljubljana

Sonstiges:

  • Vorstellung der Band:
    Mr Sharp and Shiney Helmut Zerlett and the Molotov Cocktails
  • Gast:
    Missfits – Zwei großartige Kolleginnen, die das erfolgreichste Kabarett-Duo bilden. (Während der Ansage wurde versehentlich die „Saure-Gurke“-Melodie für frauenfeindliche Sendungen eingespielt.)

Harald-Schmidt-Show vom 02.05.2002

Zitate:

  • (Gorbatschow hat ein Restaurant eröffnet.) Und was man ebenfalls jeden Abend in diesem Restaurant hört, ist vom Oberkellner der Satz: „Herr Jelzin, Ihre Autoschlüssel bitte.“
  • (Altkanzler Helmut Schmidt raucht in Talkshows.) Ich erwarte eigentlich, dass da zwei Jusos stehen und mit der Hand die Asche auffangen, egal wohin er ascht.
  • Was machen Sie eigentlich, wenn ich sage „Le Pen besucht ein Kinderdorf“? Das haben Sie doch akustisch gar nicht auf der Pfanne.
  • (Grünen-Politikerin Angelika Beer begann eine Beziehung mit einem Bundeswehr-Offizier.) Er verlässt Frau und sieben Kinder – wegen Angelika Beer. Wir berichten das nur objektiv. Die geile Geli hat ja schon aus Liebe zu ihrem Landser eine Zündschnur am Kopf.
  • Ich hab jetzt eine Einladung zum Klassentreffen bekommen. Das ist toll: Von 30 Schülern sind doch zwei bis nach Stuttgart gezogen. Und sieben sind innerhalb von Nürtingen immer umgezogen.
  • Was ist denn ein Schneewittchen-Kuchen? Der wird vom Zwerg serviert, oder was?
  • (Schwäbische Jugend-forscht-Teilnehmerin berichtet, dass ihr Klebstoff „hebt“.) Das ist meine Heimat: „Hebt“. Wo die Spracharmen, diese armseligen Hochdeutschen, sagen müssen „Es hält“.

Inhalt:

  • Für das Modell des Nürtinger Bahnhofs wurden 13.000 Euro durch den Kulturverein ProVisorium Nürtingen geboten, weitere 15.000 Euro hat die Deutsche Bahn zugeschossen. Die 28.000 Euro gingen an ein SOS-Kinderdorf. Das Modell wurde danach im (echten) Nürtinger Bahnhof ausgestellt. Später musste das Modell wegen Umbauarbeiten im Bahnhof weiterverkauft werden.
  • Liebling des Monats Mai 2002: Pumuckl.

Biographie:

  • Die obige Klassentreffen-Bemerkung ist wohl kein ernstzunehmendes biographisches Detail zu Herrn Schmidt.

Sonstiges:

  • Vorstellung der Band:
    Helmut Zerlett and the Working Class
  • Gäste:
    Schülerinnen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Metzingen – sympathische junge schwäbische Töchter
  • Studio-Umfrage zur Bundestagswahl 2002:
    CDU 25,2 – SPD 31,1 – Grüne 17,6 – FDP 20,7 – PDS 5,4
  • Klassenbuch (heute als Kli-Kla-Klassenbuch bezeichnet):
    Leverkusen soll Meister werden. Nürtingen ehrt SOS-Kinderdörfer.

Harald-Schmidt-Show vom 29.08.2002

Zitate:

  • Saddam Hussein, das ist dieser gefährliche Politiker mit dem Schnauzbart – der ohne Fallschirm. (Möllemann)
  • Es gibt viele Gründe, warum Ehen auseinander gehen: Geldsorgen, überzogene Glückserwartungen, dann hat er endlich einen deutschen Pass.
  • Viele Frauen beenden die Ehe ganz kurz und schmerzlos mit dem Satz: Ich hab einen Neuen, ich zieh nach Wolfsburg. (Frau Strunz/Effenberg)
  • Andrack: Beim letzten Mal, als so viele Bochumer hier waren, haben die alle PDS gewählt. – Schmidt: Moment, das waren Leute vom Bochumer Theater. Da wird man nur eingestellt, wenn man Kommunist ist.
  • Sonntagsöffnung von Läden? Was soll das denn? Dieses ganze Pack noch am Sonntag in den Städten?
  • Sterbehilfe? Ich sag nur Thema Scheidung: „Ich komm rein, hab das Beil in der Hand und hab gemerkt, sie wollte sterben.“

Inhalt:

  • Live-Schaltung zu Pflastermalern vor dem Kölner Dom, die Porträts von Edmund Stoiber und Gerhard Schröder malten
  • Die Redaktion hat den damals tatsächlich noch neuen Wahlomat „entdeckt“. Herr Schmidt beantwortet die Fragen und landet bei den Grünen.

Sonstiges:

  • Vorstellung der Band:
    Helmut Zerlett und Band
  • Gast:
    Bastian Pastewka – ein fabelhafter Komödiant und sehr geschätzter Kollege
  • Studio-Umfrage zur Bundestagswahl 2002:
    CDU 30,3 – SPD 38,2 – Grüne 10,8 – FDP 13,7 – PDS 7,1
  • Bier:
    Friedenfels Urtyp Hell – weil auch Edmund Stoiber nun gegen den Irak-Krieg und für den Frieden war
  • Klassenbuch:
    Ich bin grün. Friede, Freude, Eierkuchen.