Harald Schmidt zur Landtagswahl

Als Baden-Württemberg durfte sich Harald Schmidt am Wahlabend zur Landtagswahl in seinem Heimatland äußern. Heraus kam ein geradezu genialer Wortbeitrag, der den Moderator aber sichtlich aus dem Konzept brachte.

Wann Herr Schmidt zum ersten Mal bemerkt habe, dass es auch noch eine andere Partei in Baden-Württemberg gibt als die CDU:

Ehrlich gesagt, zu dem Zeitpunkt, als Winfried Kretschmann Ministerpräsident wurde. Davor dachte ich eigentlich, das sei verboten, dass jemand anderes in Baden-Württemberg die Landesregierung leitet. Und herzlichen Glückwunsch von dieser Stelle aus für dieses großartige Ergebnis an Winfried Kretschmann heute Abend und natürlich seine Grünen.

Ob Winfried Kretschmann eine Art grüner Erwin Teufel sei:

Ja, ich finde, bei aller Verehrung für Erwin Teufel, greift das zu niedrig. Es geht schon für mich mehr in den Bereich von Papa Heuss. Ich glaube, wenn man einen Schwarzwälder Schnitzer beauftragen würde, den idealen Baden-Württemberger zu schnitzen, dann käme Winfried Kretschmann raus. Also er bringt alles mit, was sich die Baden-Württembergerin(wup)innen wünschen und das haben wir auch grad bei Jörg Schönenborn gehört. Die Wählerinnen und Wähler wünschen sich, dass Grün-Schwarz weitergeht.

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Schmidt über Feuerstein

„Feuerstein war ein Genie – das hat er mir selbst gesagt“, so kommentierte Herr Schmidt den Tod von Herbert Feuerstein. Das Sterben ist natürlich kein Grund, auf Zynismus zu verzichten

Dass Herr Schmidt keine 08/15-Litanei á la „Herbert war ein langjähriger Weggefährte und ein enger Freund, die Nachricht seines Todes hat mich sehr erschüttert. Meine Gedanken sind bei seiner Familie“ abliefern würde, sollte klar sein. Aber wenn man diese Worte richtig einordnet, dann drücken sie eine tief empfundene, ehrliche Achtung aus.

„Zum Abschied danke und leise servus auf der Nasenflöte – tschüs, Feuerstein.“

Liberalismus und Harald Schmidt

Auf dem immer wieder empfehlenswerten Portal „Ruhrbarone“ erklärt Mario Thurnes, dass es Spaß macht, ein Liberaler zu sein.

Dabei macht er, was man grundsätzlich jedem Autor nur empfehlen kann, einen Schlenker über Harald Schmidt. Wörtlich heißt es:

Harald-Schmidt-Show nicht mehr denkbar

Es lohnt sich, sich auf Youtube alte Folgen der Harald-Schmidt-Show anzusehen. Sie wären im Jahr 2020 nicht mehr denkbar. Sat1 müsste ein Dutzend Shitstorm-Beauftragte einstellen, um all die Empörungswellen zu brechen, die zu erwarten wären.

Diese Beobachtung ist absolut richtig und wurde hier auch schon des öfteren in ähnlicher Weise formuliert.

Und es kommt wohl nicht von ungefähr, dass die „Goldenen Zeiten“ der Harald-Schmidt-Show in den Jahren 2000 bis 2003 lagen, als es in der Bundesrepublik quer durch alle Parteien ausgeprägte liberale Strömungen gab.

Die neue deutsche Humorlosigkeit

Kein Artikel von Herrn Schmidt, aber (auch) über Herrn Schmidt:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article213465198/Harald-Schmidt-Die-neue-deutsche-Humorlosigkeit.html

Die Zuschreibung, Herr Schmidt sei eine „Ikone der Spaßgesellschaft“ gewesen, halte ich für gar nicht falsch. Und ich glaube, auch Herr Schmidt würde die Grundaussage des Textes unterschreiben.