Traumschiff ohne Passagiere

Das Fachportal „Kreuzfahrt Aktuelles“ berichtet:

Gemäß Informationen der BILD-Zeitung soll der Dreh auf dem „Traumschiff“, welches bereits seit dem 02. April in Bremerhaven liegt, mit einer „Notbesetzung“ von 150 Menschen durchgeführt werden. Hierbei wolle man sich strikt an die gesetzlichen Vorgaben halten, um alle Beteiligten bestmöglich zu schützen. Hierfür werde ein entsprechendes Hygienekonzept erarbeitet.

Ich wäre ja dafür, dass Harald Schmidt einfach eineinhalb Stunden über das Schiff geht und von seinen Kreuzfahrten erzählt. Dafür braucht man kein Hygienekonzept und ich würde es definitiv anschauen.

Harald-Schmidt-Show vom 22.02.2002

Zitate:

  • [Winter-Olympiade 2002:] Wir könnten noch mehr Goldmedaillen haben, wenn endlich Winter-Dressurreiten eingeführt würde.
  • Haben Sie gesehen, wie der CSU-Abgeordnete im Bundestag mit der roten Laterne kam, die er der Regierung überreichen wollte? Eine rote Laterne ist ja auch häufig auch das, was der CSU-Abgeordnete als letztes sieht vor seinem Herzinfarkt. Bei den Grünen ist das nicht so, denn man muss ja mit dem Gesicht der Laterne zugewendet sein. [Hat im Publikum leider niemand verstanden.]
  • Die rote Laterne soll jetzt Bundestagspräsident Wolfgang Thierse umgehängt bekommen, damit man bei ihm sieht, wo vorne und hinten ist.
  • Viele Bäckereien werfen verschimmeltes Brot gar nicht weg, sondern verkaufen es als Gorgonzola-Brötchen. Woran erkenne ich, dass meine Bäckerei richtig versifft ist? Wenn der Streusel sich bewegt.
  • Ich habe noch nie Frauen so extatisch schrubben sehen [wie beim Curling]. (…) So könnten Frauen auch wieder Spaß am Putzen bekommen.
  • Ich glaube, dass Waldi Hartmann auch Taschencurling spielt.
  • Straßburg war mal deutsch. [Empörung im Publikum.] Es war mal deutsch. Da wird sich aufgeregt als hätte ich gesagt „Adolf Hitler war mal deutscher Reichskanzler“.
  • [Kandidatin kann Städte in Frankreich nicht richtig zuordnen.] Straßburg am Mittelmeer, Bordeaux an der Grenze zu Deutschland und der Schweiz und Marseille, der große U-Boot-Hafen am Atlantik. So ähnlich muss auch die Karte der deutschen Wehrmacht ausgesehen haben.
  • [Kandidatin aus Nürnberg.] Schmidt: Was für Musik hören Sie vor allem? Kandidatin: Gebrannte. Schmidt: Ja, natürlich. Nürnberg, Weihnachtsmarkt, gebrannte Mandeln, gebrannte Platten.
  • Kandidatin: Computer kann ich anschalten, ausschalten. Schmidt: Hallo, willkommen in meiner Welt!

Inhalt:

  • Besprechung von Curling als Sportart.
  • Auswahl für die Partynacht mit Antoine.
  • Herr Schmidt behauptet, die Englischen Fräulein hätten nichts mit England zu tun, sondern die Bezeichnung würde sich von „Engel“ ableiten. Hier irrt er, die Gründerin Maria Ward (eigentlich Mary Ward) war tatsächlich Engländerin, siehe Wikipedia-Artikel.

Sonstiges:

  • Vorstellung der Band:
    Helmut Zerlett and Baking Bread
  • Gast:
    Cornelia Gröschel – sie spielt ihre erste große Rolle in der Heidi-Neuverfilmung.
  • Bier:
    Lauterbacher frei – zur Ehren vor Heiner Lauterbach, der wieder Vater wurde.
    [Herr Schmidt dazu: Dann trink doch einen Kasten.]

Harald-Schmidt-Show vom 19.02.2002

Zitate:

  • Knusprige Frauen sind zum Beispiel Estefania und Verona. Knusprige Männer sind zum Beispiel Rolf Töpperwien. [Brandunfall zwei Jahre zuvor.]
  • Viele fragen sich: Muss man denn militärisch gegen Saddam vorgehen? Kann man nicht erst einmal in Umlauf bringen, dass er sich die Haare färbt?
  • Ich verstehe auch nicht, warum die USA überhaupt den Irak angreifen wollen. Haider ist doch wieder daheim [von seinem Solidaritätsbesuch bei Saddam Hussein].
  • [Strafanzeige gegen Herrn Schmidt wegen einer viele Jahre zurückliegenden Motorroller-Manipulation. Er liest aus dem Schreiben der Polizei vor:] „… Ihr Mofa (Fachbezeichnung FmH 25)“ Wusste ich auch nicht. Fahr mit Harald? (…) „… und jederzeit, auch schon vor Ihrer Vernehmung“ – Vernehmung! [schaut verängstigt in die Kamera]
  • Ich war 16, das müsste also fast 29 Jahre her sein. Das heißt, selbst wenn ich damals angezeigt worden wäre und lebenslänglich gekriegt hätte, wäre ich mittlerweile entweder zur völligen Verwahrung in eine psychische Heilanstalt eingewiesen worden oder ich wäre auf freiem Fuß und würde noch mehr frisieren als vorher.
  • „Harald Schmidt, geb. 17.08.58 in Nürtingen“ Ich bin nicht pingelig, aber das sind drei Tatsachen: Mein Name, mein Geburtsdatum und der Ort. Und davon sind zwei falsch. 17.08.57 in Neu-Ulm.
  • Anwalt nehm ich auch nicht, ich verteidige mich selbst. Das fehlt mir noch, dass sich so ein Anwalt auf meine Kosten ins teuerste Hotel von Den Haag einquartiert.
  • [Herr Schmidt nimmt die Brille ab, geht bis auf wenige Zentimeter an das Papier heran und füllt den Anhörungsbugen aus.] Oh, ich muss aufpassen. Wenn die das sehen, krieg ich gleich wieder eine Goldene Kamera.

Inhalt:

  • Bemerkenswert: Nach dem Stand-Up-Teil sieht man das Studio vom Laufsteg über dem Schreibtisch aus. Außerdem sieht man, wie Manuel Andrack seinen Platz einnimmt.
  • Strafanzeige gegen Herrn Schmidt wegen einer viele Jahre zurückliegenden Motorroller-Manipulation.

Biographie:

  • Das Nürtinger Freibad hatte 50 Meter Beckenlänge.
  • Herr Schmidt war der prominenteste Raser des Jahres 2000 im Landkreis Waldshut.

Sonstiges:

  • Vorstellung der Band:
    Helmut Zerlett and the Knusper Band
  • Gast:
    Hannah Stockbauer – Schwimm-Weltmeisterin auf zwei Distanzen, da krieg ich schon Schwächeanfälle, wenn ich nur die Entfernung höre: 800 und 1500 Meter.
  • Studio-Umfrage zur Bundestagswahl 2002:
    CDU 35,6 – SPD 28,2 – Grüne 11,9 – FDP 18,3 – PDS 5,9
  • Bier:
    Gilde Free – ein Bier aus Hannover, weil sich die Schwester von Kanzler Schröder in der Bild zu Wort gemeldet hatte.

Absturz auf’s Traumschiff

Die Aachener Zeitung schockiert aktuell mit einem Artikel über Herrn Schmidt, der mit folgenden Worten beginnt:

Einst galt er als scharfzüngigster Satiriker im deutschen Fernsehen, heute spielt er den Pausenclown in den „Traumschiff“-Filmen: Das klingt nach einem echten Absturz.

Ganz so ernst meint der Autor das aber offensichtlich selber nicht, denn er schiebt gleich hinterher:

Harald Schmidt würde das weit von sich weisen, und vermutlich zu Recht.

Auch ich kann das nur zurückweisen. Denn wenn man Herrn Schmidt bei seinen zahlreichen Interviews zuhört, dann weiß man, dass er seine Traumschiff-Rolle mit der notwendigen ironischen Distanz versteht. Er hat bereits des öfteren verlauten lassen, dass er ein Kreuzfahrtschiff als Drehort einfach schöner findet als ein Fernsehstudio. Und dass es auch ganz angenehm ist, wenn man von der Kabine zur Kamera nur ein paar Schritte zurücklegen muss.

Schließlich genießt Herr Schmidt wohl auch sein Privat- und Familienleben sehr und leistet sich den Luxus, nur noch die Veranstaltungen und Rollen anzunehmen, auf die er auch wirklich Lust hat. Und wenn es eine Rolle mit sich bringt, dass man eine Kreuzfahrt unternimmt, dann macht es auch nichts, wenn das Schiff mehr Tiefgang hat als das Drehbuch.

Harald Schmidt liest vor

Zur Unterstützung von Kollegen, die aufgrund der Corona-Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind, lesen Schauspieler im Rahmen einer Aktion des Sasel-Hauses per Telephon aus Büchern vor.

Auch Herr Schmidt beteiligt sich an diesem Vorhaben, allerdings nicht ganz uneigennützig:

Hauptsächlich, um an neue Telefonnummern zu kommen. Immer nur „50plus in Schwieberdingen“ bei Parship nervt.

Die Termine mit Herrn Schmidt sind natürlich schon ausgebucht. Hoffen wir, dass die Glücklichen seinen Anruf auch zu schätzen wissen.

Nachtrag: Und ein besonders Glücklicher wusste es richtig zu schätzen.

Harald-Schmidt-Show vom 06.03.2001

Zitate:

  • Hillary Clinton hat die Scheidung eingereicht. Und Bill hat gefragt: „Wer?“
  • Es gab damals diese unschöne Geschichte zwischen Bill Clinton und Monica Lewinsky. Monica – oder wie Clinton sie nannte: „Meine Kniekehle.“
  • Schafe werden jetzt [wegen der Maul-und-Klauen-Seuche] weltweit knapp. Viele, die irrtümlich Telekom-Aktien gekauft haben, sagen sich jetzt: „Ah, Schafe! Hätte ich damals Schafe gekauft.“
  • Warum ist der Beipackzettel immer so [in der Medikamentenschachtel] drin, dass, wenn ich den Beipackzettel haben will, muss ich erst mal alle Medikamente rausnehmen, und wenn ich nur die Medikamente rausnehmen will, muss ich erst den Beipackzettel rausziehen. [Verhaltenes Lachen im Publikum.] Verstehen Sie, was ich meine? Ist das zu kompliziert? [Pause.] Es ist einfach nicht lustig, oder?
  • [Zu den Schülerinnen auf dem Jahrbuch der Maria-Ward-Schule Mainz:] Junge, katholische Mädchen, die auf Europa hoffen, nach Frankreich reisen und dann lauert dort Antoine. „Eh, wir komme aus Meenz und wir würden gerne für Europa was machen.“ – „Escht super, ihr könnt bei mir wohnen.“
  • [Frau Seiberth und Herr Schmidt wollen singen.] Schmidt: „Ist das die Original-Tonart?“ – Seiberth [schaut auf das Notenblatt]: „Steht drüber.“ – Schmidt: „Es steht drüber. Es steht alles drüber im Fernsehen. Aber wenn man es nicht nochmal fragen würde, hätte man nichts zu reden.“

Inhalt:

  • Willy Brandts Witzebuch
  • Martin Krugs Brief an einen enttäuschten Telekom-Aktionär
  • Herr Schmidt singt „Die beiden Grenadiere“ von Heinrich Heine und Robert Schumann.

Biographie:

  • Dass er die Figur „Spaßvogel“ rausgeschmissen hat, war der erste große Fehler von Herrn Schmidt bei „Verstehen Sie Spaß?“.

Sonstiges:

  • Vorstellung der Band:
    Helmut Zerlett and Prussia’s Pride
  • Gäste:
    Philipp Prinz von Preußen – er wäre eigentlich deutscher Kaiser, aber dann kam einiges anders als man dachte
    Dorothee Seibert – Oberstudienrätin an einer katholischen Mädchenschule [Gesangsunterricht für Herrn Schmidt]

Meine Karte für „Echt Schmidt“

Nachdem ich damals die grandiose erste Folge von „Echt Schmidt“ in Stuttgart live gesehen habe, hat mich nun die Karte für die letzte Show per Post erreicht. Am 19. Juni 2020 sollte es eigentlich soweit sein. So ganz glaube ich angesichts der neuesten Corona-Entwicklungen noch nicht daran, dass das stattfinden wird. Aber mal schauen.

Nachtrag (14.05.2020):

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Kunstministerium hat gemeinsam mit der Stadt Stuttgart die reguläre Spielzeit der Staatstheater Stuttgart für beendet erklärt. (…)

Wir möchten Ihnen mitteilen, dass auch Ihre Vorstellung „Echt Schmidt“ am Dienstag, den 19. Juni 2020 in der Spielstätte Schauspielhaus davon betroffen ist. Die Karten werden von uns zurückgebucht und erstattet.

Schade, aber nicht überraschend.

Harald-Schmidt-Show vom 16.01.2001

Zitate:

  • Barbara Becker bekam 30 Mio. Mark Abfindung. Das heißt für Babs: Das sind ungefähr 30.000 Schuhe.
  • Barbara litt während der Ehe darunter, dass alle immer sagten: „Ach, Babs, die Frau von Boris.“ Damit ist jetzt Schluss. Jetzt heißt es: „Ach, Babs, die Frau mit dem Geld von Boris.“
  • BSE jetzt auch in Milch. Mir ist es wurscht, weil ich trinke keine Kuhmilch, sondern H-Milch.
  • Die Bundeswehr vernichtet wegen BSE alte Rindfleisch-Bestände. Das kann man ruhig machen, denn zu Anfang Januar gab’s ja genug Frischfleisch. (Dienstantritt der ersten weiblichen Soldaten.)

Inhalt:

  • Dr. Brömme in der CDU-Parteizentrale.
  • Ein Frauenarzt namens Harald Koch-Schulte soll Herrn Schmidt sehr ähnlich sehen und manchmal mit ihm verwechselt werden. Über die tatsächliche Ähnlichkeit konnte man geteilter Meinung sein.
  • Sabine Christiansen: Origami – Die Kunst des Papierfaltens
  • Andy Warhol, der Proto-Karpate. Zuschrift einer Zuschauerin aus Ljubljana

Sonstiges:

  • Vorstellung der Band:
    Mr Sharp and Shiney Helmut Zerlett and the Molotov Cocktails
  • Gast:
    Missfits – Zwei großartige Kolleginnen, die das erfolgreichste Kabarett-Duo bilden. (Während der Ansage wurde versehentlich die „Saure-Gurke“-Melodie für frauenfeindliche Sendungen eingespielt.)

Harald-Schmidt-Show vom 05.11.2002

Zitate:

  • Acrylamid besteht beim Frittieren, beim Braten, beim Rösten – oder wie Rainer Calmund sagt:
    Beim Frühstück.
  • Bei Chips ist in Zukunft die Tüte gesünder als der Inhalt.
  • Ich habe heute Morgen bei McDonald’s gefragt: „Stimmt das mit Acrylamid?“ Und da hat er gesagt: „Acrylamid? Hat heute frei.“
  • Auch unsere deutschen Mütter haben uns ja jahrelang Bratkartoffeln geröstet, sozusagen Krebs in der Pfanne.

Inhalt:

  • Brief von Claus Peymann (damals Berliner Ensemble) vorgelesen.
  • Ralf Kabelka braucht ein neues Auto.
  • Zuschauer mit der weitesten Anreise (Graz in Österreich) bekommt die Reisekosten von 690 Euro erstattet.

Sonstiges:

  • Vorstellung der Band:
    Helmut Zerlett und Band
  • Gast:
    Anna Thalbach – eine tolle Schauspielerin aus einer großartigen Theaterfamilie.
  • Bier:
    Luther-Bräu – weil Herr Andrack am Wochenende in Rom war.