Harald Schmidt zur Landtagswahl

Als Baden-Württemberg durfte sich Harald Schmidt am Wahlabend zur Landtagswahl in seinem Heimatland äußern. Heraus kam ein geradezu genialer Wortbeitrag, der den Moderator aber sichtlich aus dem Konzept brachte.

Wann Herr Schmidt zum ersten Mal bemerkt habe, dass es auch noch eine andere Partei in Baden-Württemberg gibt als die CDU:

Ehrlich gesagt, zu dem Zeitpunkt, als Winfried Kretschmann Ministerpräsident wurde. Davor dachte ich eigentlich, das sei verboten, dass jemand anderes in Baden-Württemberg die Landesregierung leitet. Und herzlichen Glückwunsch von dieser Stelle aus für dieses großartige Ergebnis an Winfried Kretschmann heute Abend und natürlich seine Grünen.

Ob Winfried Kretschmann eine Art grüner Erwin Teufel sei:

Ja, ich finde, bei aller Verehrung für Erwin Teufel, greift das zu niedrig. Es geht schon für mich mehr in den Bereich von Papa Heuss. Ich glaube, wenn man einen Schwarzwälder Schnitzer beauftragen würde, den idealen Baden-Württemberger zu schnitzen, dann käme Winfried Kretschmann raus. Also er bringt alles mit, was sich die Baden-Württembergerin(wup)innen wünschen und das haben wir auch grad bei Jörg Schönenborn gehört. Die Wählerinnen und Wähler wünschen sich, dass Grün-Schwarz weitergeht.

Das war interessant heute Abend, denn wir haben ja bei Tina Hassel erlebt – Norbert Röttgen und Olaf Scholz, die also… Norbert Röttgen hat ein bisschen den Eindruck vermittelt: Lohnt es sich für CDU/CSU überhaupt noch, mit einem eigenen Kanzlerkandidaten anzutreten. Und wenn ich Olaf Scholz richtig interpretiert habe, dann ist er bereit, unter einer Bundeskanzlerin Annalena Baerbock als Finanzminister weiter zu wirken.

Was Herrn Schmidts Mutter über Winfried Kretschmann denkt:

Verehrung. Ich muss es so sagen. Ich gerade zu Besuch bei meiner Mutter, deswegen bin ich ja hier noch vorbeigekommen, um die Fahrtkosten mitzunehmen. Und wir jungen Leute sind verrückt nach dem Ministerpräsidenten. Ja.

Ich bin ja gar nicht wahlberechtigt in Baden-Württemberg, aber das kann nach einem solchen Abend keine Rolle mehr spielen. Heute sind wir alle Baden-Württemberger. Und wer, wie ich, seine ganze Ausbildung vom Land Baden-Württemberg bezahlt bekommen hat, der ist zu ewiger Dankbarkeit geradezu verpflichtet. Baden-Württemberg ist keine Frage des Wohnorts, sondern des geistigen Zustandes.

Wie man jemanden als Nachfolger für Herrn Kretschmann aufbauen kann:

Wer bin ich, dass ich einer derartig erfolgreichen Partei Ratschläge gebe? Aber ich glaube, wenn Winfried Kretschmann in den Ruhestand gehen sollte, wird die Partei d Grün den langen, bitteren steinigen Weg der ehemaligen großen Regierungspartei antreten. Das ist sozusagen Baden-Württemberg’s next CDU.

War das eine düstere Prognose?

Nein, das ist Optimismus.

Das war natürlich ein sehr humoristisches Interview, das aber durchaus die Meinung von Herrn Schmidt, die er schon häufiger geäußert, widerspiegelt: Er schätzt Herrn Kretschmann als Ministerpräsidenten durchaus, dessen Partei dagegen weniger.

Insoweit sei dann auch an das legendäre Gespräch von Herrn Schmidt mit Herrn Kretschmann im Rahmen von Echt Schmidt erinnert.

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